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Seit 2013 sind Arbeitgeber per Gesetz noch stärker aufgefordert, die psychischen Belastungen ihrer Beschäftigten zu ermitteln. Hierfür eignen sich vor allem 4 Verfahren.

Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz

Herausforderung

Als geeignete Verfahren können in Anlehnung an Empfehlungen der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA) und an weitere Experten v. a. folgende Vorgehensweisen betrachtet werden, die im kostenlosen Factsheet genauer beschrieben werden:

(1) Befragungen
(2) Beobachtungsverfahren
(3) Interviews
(4) Moderierte Workshops

Mitten in einem Telefonat ruft die Chefin zum nächsten Meeting, die eigene Präsentation ist noch nicht fertig und die Zahl ungelesener E-Mails steigt rasant an. In vielen Bereichen der Arbeitswelt haben die psychosozialen Belastungen am Arbeitsplatz durch Technologisierung oder Entgrenzung von Arbeit stark zugenommen (Rexroth, Peters & Sonntag, 2012).

Dies hat auch der Gesetzgeber erkannt und Arbeitgeber durch eine Ergänzung des Arbeitsschutzgesetzes dazu aufgefordert, bei der Beurteilung der Arbeitsbedingungen auch psychische Belastungen stärker zu berücksichtigen (vgl. § 5 ArbSchG, Ziffer 6). 

Dabei geht es nicht vorrangig um die Bewertung der psychischen Gesundheit der Beschäftigten, sondern um eine valide Beurteilung und Gestaltung der Arbeit im Hinblick auf deren psychische Belastung (GDA, 2014). Dies kann der Arbeitgeber selbst leisten oder externe Partner schriftlich damit beauftragen (§ 13 Abs. 2 ArbSchG). Doch die entscheidende Frage für die praktische Umsetzung in Unternehmen und Behörden lautet: Welche Verfahren sind hierfür überhaupt geeignet?

Lösung

Literatur:

Gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie (2014). Empfehlungen zur Umsetzung der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung. Berlin: BMAS.

Rexroth, M., Peters, A. & Sonntag, Kh. (2012). Flexibilisierung und Entgrenzung der Arbeit aus arbeitspsychologischer Sicht am Beispiel des Projektes "Work-Life-Balance: Wege zur nachhaltigen Verankerung von Work-Life-Balance in der Kultur von Unternehmen". In B. Badura et al. (Hrsg.), Fehlzeiten-Report 2012 (S. 131-138). Berlin: Springer.

 

Trends und Praxistipps für Ihr BGM

IFBG-Experte Prof. Dr. Alexander Woll, Universität Karlsruhe (KIT)

 

Eine zielführende Maßnahmenplanung im Bereich der psychosozialen Gesundheit erfordert valide Informationen über die tatsächlichen Gefährdungspotenziale am Arbeitsplatz und im privaten Alltag.

Durchführung einer psychischen Gefährdungsbeurteilung im Rahmen einer Gesundheitsbefragung 2014. Zielgruppe: alle Takeda-Beschäftigten an den vier Standorten in Deutschland.

Umsetzungsbeispiele

Bewertung der psychischen Gefährdungssituation durch Aufnahme spezifischer Skalen in die Gesundheitsbefragung 2012. Zielgruppe: alle Wittenstein-Beschäftigten in Deutschland.

Anwendung eines Methoden-Mix aus moderierten Workshops, Kurzinterviews und Befragung. Zielgruppe: zwei Polizeipräsidien und eine Direktion der Bereitschaftspolizei in Baden-Württemberg.

Karin Markert, Wittenstein AG

Die psychosoziale Gesundheit unserer Beschäftigten ist uns als technologieorientiertem Unternehmen besonders wichtig, weshalb wir ihr in unseren Gesundheitserhebungen speziellen Raum geben.

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Weitere IFBG-Angebots- und Tätigkeitsfelder

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